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Kleine Sonnen – Das Kinderhaus in Schönow

Die bevorstehende Geburt eines Kindes versetzt die werdenden Eltern oft in einen Zustand freudiger Erregung. Viele Dinge sind abzuwägen zu überdenken und vorzubereiten.. Das Kind, noch nicht im Licht der Welt, wird zum Lebensmittelpunkt und bestimmt die Gedanken und Gespräche.

Die Lebensrealität einiger Mütter sieht anders aus. und verkehrt das „freudige Ereignis“ in einen „katastrophalen Ausnahmezustand. Kulturelle und religiöse Zwänge können hierbei ebenso eine Rolle spielen wie die Angst vor gewalttätigen Übergriffen des „Partners“ oder ein unklarer Aufenthaltsstatus. Auch minderjährige Mütter , die sich vor der Reaktion ihrer Eltern fürchten, geraten nicht selten in eine extreme Belastungssituation. Einen Weg aus der Krise bietet seit 8 Jahren das Kinderhaus Sonnenblume im Bernauer Ortsteil Schönow.

Ausgehend von der Überzeugung, dass die Frauen sich ihre Entscheidung nicht leicht machen, nimmt die Einrichtung Neugeborene, Säuglinge, aber auch schwangere Frauen und junge Mütter auf.

Unter Leitung der Franziskanerin Schwester Monika Hesse , einst Initiatorin der Obdachlosenhilfe im Pankower Kloster an der Wollankstraße, arbeiten eine Psychologin und 2 Sozialarbeiterinnen mit den Betroffenen. Die Mütter sollen u.a. dazu befähigt werden in Ruhe und Geborgenheit ihre Situation zu erkennen und Lösungen zu finden. Auch die Begleitung zu einer anonymen Geburt kann ein möglicher Weg sein.

Hierzu bemerkte unlängst Ska Keller, frauenpolitische Sprecherin der Brandenburger Grünen:

„Anonyme Geburten sind eine Möglichkeit, heimlichen Geburten ohne Betreuung, Kindesaussetzungen oder sogar Kindtötungen vorzubeugen. Sie werden auch in Berlin und Brandenburg bereits von einigen Kliniken oder Hebammen angeboten, die derzeit aber noch Gefahr laufen, dafür rechtlich belangt zu werden.(…)
Die Debatte um anonyme Geburt und Babyklappen wird hochemotional geführt, sie läuft leicht Gefahr, ins Ideologische abzugleiten. Meines Erachtens muss in dieser Diskussion das Wohl von Kind und Mutter immer im Vordergrund stehen.“

Um die schützende Anonymität der Frauen zu gewährleisten ist das Kinderhaus-Sonnenblume überwiegend auf Spenden angewiesen. Die Aufnahme erfolgt ohne Versicherungsnachweise, ohne Kostenübernahmeschein und unabhängig von Ämtern und Behörden.

„Wir sind eine Wegwerfgesellschaft, deren trauriger Höhepunkt der weggeworfene Mensch ist“ erklärte Schwester Monika vor einiger Zeit im Rahmen eines Interviews. Dem entgegenzutreten, scheint ein primärer Antrieb ihrer Arbeit zu sein.

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13 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

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  3. Hallo

    Ich bin eine deren Mütter, die die Hilfe, vom Kinderhaus Sonnenblume, Sprichwörtlich „in letzter Sekunde“ in Anspruch genommen habe und möchte euch kurz meine Gesichte erzählen.

    Meine Schwangerschaft hielt ich damals geheim, hatte keine Krankenversicherung und keine Hilfe, meines Erachtens in Aussicht, ich verzweifelte immer mehr, von Monate zu Monat.
    Bis zu dem Tag als die Wehen einsetzten, von der Zeit her auch ungefähr Planmäßig, mein ins geheimer Plan, das Kind „einfach mal“ zu Hause zubekommen und dann in die Babyklappe zulegen, scheiterte. Ich hatte die Schmerzen einfach unterschätzt und habe nur noch Angst gehabt, das ich es alleine nicht schaffen würde, das Kind und mich gesund durch die Geburt zu bringen.
    Kurze Zeit vorher hatte ich eine kleine Annonce gelesen über das Kinderhaus und mir weggelegt, ich kann heute nicht einmal mehr sagen warum, es war einfach so ein Instinkt.
    Naja, jedenfalls rief ich an, in meiner Verzweiflung, unter regelmäßigen Wehen und bekam sofort Hilfe, ohne wenn und aber.
    Ich bekam mein gesundes Kind, 3 Stunden nach dem Anruf, dann doch noch im Krankenhaus, mit einer Hebamme und Sabine (aus dem Kinderhaus), an meiner Seite, die auch meine Hand hielt.
    Ich wurde über alle meine Möglichkeiten, ganz in Ruhe aufgeklärt und es gibt so einiges, was man hätte machen können.

    Um es kurz zu sagen, ich habe mein Kind behalten, bin glückliche zweifache Mama und nun auch Verheiratet.

    Das ist meine kleine Geschichte und ich möchte alle Schwangeren Frauen ermutigen sich Hilfe zu holen und nicht ihre Kinder alleine versuchen auf die Welt zu bringen…DENN ES GIBT HILFE, nicht jede Geschichte wird so Enden wie meine, dass ist mir bewusst, aber jede einzelne Frau kann ihre Geschichte, zum wohl des Kindes in die richtige Bahn lenken.

    Danke, Kinderhaus Sonnenblume!!!

    Anonym

  4. @eine Mama
    Wir freuen uns, dass sich alles bei Ihnen so toll entwickelt hat. Ihnen und Ihrer Familie wünschen wir alles Gute und hoffen, dass Ihr Beitrag dazu beiträgt, dass werdende Mütter in scheinbar aussichtslosen Situationen Ihrem Beispiel folgen.

    Nochmals alles alles Gute.

    Stefan & Nicole Reckin

  5. Ich freue mich über den Entschluß der anonymen Mama. Es ist klasse, dass es diese Einrichtung gibt, die werdenden verzweifelten Müttern hilft, doch noch aus so manch einer ausweglosen Situation herauszukommen. Ich bin auch eine Mama und finde es toll, dass die „anonyme Mama“ doch den richtigen Weg gegangen ist. Hut ab! Und das Dank der Hilfe des Kinderhauses Sonnenblume in Schönow.
    In dieser Welt bekommen viel zu wenig Kinder die Chance auf ein Leben.
    Babyklappen und solche Hilfseinrichtungen sollten viel mehr Unterstützung bekommen.
    Das wäre das Geld wert hier zu investieren, als in solch unnützen, umwelt-und gesundheitsschädigenden Unternehmen, wie der geplante Bau einer Sondermüllverbrennungsanlage durch die Theo Steil GmbH.

    Ich wünsche der Mama und ihrer Familie alles Gute für die Zukunft!

  6. Es freut mich, dass mein Beitrag hier im Blog wahrgenommen wird von EUCH, sowie eure lieben Grüße bzw. Wünsche und ich hoffe es erreicht auch die…die gerade „große Probleme“ haben.
    Das ist meine Hilfe die ich geben kann…meine Geschichte erzählen, ermutigen und nicht zulassen, dass dieses Thema unter den Tisch gekehrt wird.
    Ich musste in den vergangenen 2 Jahren erleben, dass es viele nicht interessiert, bis ein Baby wieder TOD gefunden wurde, dann stürzen sich die Medien auch auf das Kinderhaus und berichten, aber so ist eben ,es muss immer erst etwas passieren. SCHADE!!!
    Desto mehr freut es mich, aber auch, wenn ich höre…“Ja, ich kenne das Projekt bzw. Kinderhaus“…oder wenn man in einem A&V nebenbei mithört…. „Ich Spende für das Kinderhaus!“ …
    Ich persönlich, sammle auch Baby Sachen von Freunden und von meiner „Kleinen“ die ich selber auch ins Kinderhaus bringe und das machen so einige Mütter, denen das Kinderhaus geholfen hat, denn wir wissen …… es gibt leider zu viele, die Hilfe brauchen, ob diese im Kinderhaus selber wohnen oder Zuhause betreut werden.

    Das soll aber kein Aufruf zum Spenden hier sein, sondern nur dazu dienen, vielen die Augen und Ohren zuöffnen, das es einfach viele Frauen gibt, die Hilfe brauchen und dieses Thema, BITTE, BITTE nicht vergessen werden darf, in der heutigen Zeit.

    Viele liebe Grüße

  7. @eine Mama
    Ist doch okay. Kann doch ruhig ein Aufruf zum Spenden für `ne gute Sache sein :-)

  8. @eine Mama:
    Ich würde mich sogar sehr freuen, wenn in Reaktion auf den Ausgangsbeitrag weitere Spenden im Kinderhaus eingehen (bzw. eingegangen sind) und habe den Artikel seiner Zeit aus diesem Grund mit der Spendenkontonummer verlinkt

  9. @Stefan Stahlbaum

    Natürlich ist es toll wenn viele Menschen sich für solche Projekte einsetzen und Spenden, keine Frage, denn immerhin existiert das Kinderhaus nur von diesen Spenden.
    Es sollte eben nur nicht so rüber kommen, dass dies der unmittelbare Auslöser für meine Geschichte hier war. Solche Projekte müssen eben im Gespräch bleiben und auch weiter gegeben werden, da es heutzutage noch viel zu viel negative Stimmen gegen solche Projekte gibt, ob es nun an der älteren Generation oder den christlichen Bundesländer liegt. Wenn so ein Thema oft besprochen wird und damit auch weiter gegeben wird, kommen auch mehr Spenden. Oder meinen sie nicht?

  10. Pingback: Bernau-Kalender 2009 – Ein Stadtspaziergang zum Umblättern

  11. In der morgigen Ausgabe der Berliner Zeitung erscheint ein sehr ausführlicher Artikel zur Arbeit von Schwester Monika Hesse und ihren MitarbeiterInnen. Hier der Link.