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„O-Busse sind wie Alleebäume – sie gehören endlich abgeschafft!“

O-Bus in ZürichOberleitungsbusse zählen zu den sichersten, leisesten, leistungsfähigsten und umweltverträglichsten Transportmitteln überhaupt. Weltweit werden vielerorts die Netze generalüberholt und erweitert, so in vielen skandinavischen Metropolen, in der Schweiz, in Kanada und natürlich in China. Moderne O-Obusse sind äußerst flexibel einsetzbar und erreichen im Stadtverkehr Beschleunigungen, die über denen der meisten PKW liegen. Dieselbussen sind sie weit überlegen.

Trotz dieser überzeugenden Bilanz sind O-Busse in Deutschland auf dem Rückzug. Von einst 80 Städten mit O-Bus-Betrieb sind nur drei übriggeblieben: Solingen und Esslingen am Neckar, die seit 1952 bzw. 1944 O-Bus-Gesellschaften betreiben, und unser Eberswalde, das seit 1940 den am längsten dauernden durchgehenden Betrieb von O-Bussen in Deutschland nachweisen kann. In der Region Berlin/Brandenburg gab es noch bis vor wenigen Jahren weitere O-Bus-Netze. In Potsdam endete die Oberleitungs-Ära 1995, in Hoyerswerda 1994 und in Berlin 1973.

Nun will auch die Barnimer Busgesellschaft zum O-Bus-Halali blasen, wie die Märkische Oderzeitung berichtete. Vize-Landrat Carsten Bockhardt hat einen „unabhängigen Gutachter“ beauftragt, eine Studie über die Zukunft des O-Bus-Betriebes in Eberswalde anzufertigen. In einem Pressegespräch hat er nun auch schon mal einige Zahlen, die man eigentlich erst in der Studie zu lesen erwartet, vorweggenommen.

Ich bin sehr gespannt darauf, ob dieser Gutachter dann auch gleich Handlungsempfehlungen ausspricht, wie in einem anderen „Geschäft der laufenden Verwaltung“ kürzlich geschehen. Unsere treuen Leser werden sich sicher noch an die „Handlungsempfehlung zur Komplettrodung einer Allee“ erinnern.

Vielleicht ist aber inzwischen alles besser geworden, und die Kreisverwaltung Barnim erläutert den von ihr beauftragten „unabhängigen Sachverständigen“ den Unterschied zwischen einem Gutachten und einem Beratungsauftrag. Sonst könnte die Überschrift dieses Artikels bald als „Management Summary“ im Eberswalder O-Bus-Gutachten stehen.

(Dank an RC505 für den Hinweis)

Foto: Pixelio.de

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12 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Hier scheint ein klarer Fall von „Murphys Gesetz“ vorzuliegen. Dafür gibt es klare Anhaltspunkte aus der jüngeren Vergangenheit und der re(gion)al(liga)politischen Gegenwart. Die Besten, der Besten, der Besten – unter Führung ihres Großmeisters B. – setzen nun zum nächsten Coup an.
    Und wie immer wird nicht nur etwas Falsches getan, sondern sogar die schlechteste aller Lösungen angestrebt. Es genügt nicht mehr irgendeinen Fehler zu machen. Es muß vielmehr der Fehler mit den schlimmsten Folgen sein.
    Möglicherweise ist Großmeister B. die Bedeutung des Begriffes „Öffentlicher Dienst“ nicht ganz klar. Vielleicht werden Ihm und den Diesel- und Feinstaubfans der Barnimer Busgesellschaft die ÖPNV-Nutzer unter den Eberswaldern ganz genau erklären können, wo der Vorteil von OBussen liegt.
    Aber wird er darauf auch hören??? Das scheint äußerst unwahrscheinlich.

  2. Nach einem Gesetz von Murphy fällt ein Butterbrot fast immer auf die Butterseite.
    Ungeachtet der Anstrengungen der Kreisverwaltung Barnim kann man nur froh sein, dass die Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 bis dato noch steht.

  3. Dem Erfindungsreichtum unserer Regional-Altvorderen ist aber leider keine Grenze gesetzt. Ein Butterbrot fällt auf die Butterseite und eine Katze auf die Füße. Was passiert eigentlich, wenn man einer Katze ein Butterbrot auf den Rücken schnallt?
    Und wenn im Kreis Barnim 3 Leute in einem Raum sind und 4 den Raum verlassen, muß ein Birk, Bockhardt oder Blomenkamp wieder rein, dass der Raum leer ist. So funktioniert die Regionalligapolitik im Barnim, die keiner nachvollziehen kann.

  4. Hat nichts mit dem Murphy-Gesetz zu tun, sondern unterliegt anderen Gesetzmäßigkeiten: Wenn ein Herr Birk als einziger in seiner Amtsstube ist und diese verlässt, muss es nicht unbedingt sein, dass der Raum dann leer ist…

  5. Stimmt ;-)
    Ich würde mir wünschen, dass die Raumleerung nicht nur Theorie bleibt, sondern alsbald Realität wird.

  6. Jetzt muss ich doch ausnahmsweise auch mal eine Lanze für die CDU Stadtfraktion Eberswalde brechen. Ich begrüße diesen Antrag vom 19.04.07:

    ———————————————–
    Hauptausschuss
    Erhalt und Ausbau des Obussystems in Eberswalde
    Die CDU-Fraktion beantragt, die Stadtverwaltung wird beauftragt, sich gegenüber dem Landkreis Barnim und gegenüber dem Kreistag nachhaltig für den Erhalt des Obussystems einzusetzen.

    Die Stadtverwaltung wird beauftragt, eine entsprechende Resolution für die Stadtverordnetenversammlung am 26.04.2007 vorzubereiten.

    Begründung:
    Der Märkischen Oderzeitung vom 12.04.2007 ist zu entnehmen, dass die Zukunft der Obusse zum Gegenstand eines Gutachtens gemacht wird. Ungeachtet der Begutachtung bedarf es angesichts des Alleinstellungsmerkmals Obussystem in Eberswalde eines eindeutigen Bekenntnisses der Verwaltung und der Politik für den Erhalt des Obussystems. Im Rahmen der Leitbilddiskussion ist deutlich geworden, dass die Ausstrahlungskraft der Stadt nur durch so genannte Alleinstellungsmerkmale zum Ausdruck kommt. Dazu zählt das Obussystem in Eberswalde. Die Stadt Eberswalde ist eine der wenigen Städte in Deutschland, die ein Obussystem mit ausgesprochen positiver Ökobilanz hat, wenn die Nutzungsdauer der Fahrzeuge und die fehlende Feinstaubbelastung berücksichtigt werden.

    Die anstehende Neuanschaffung zukunftsfähiger Obusse darf nicht aufgrund von fiskalpolitischen Argumenten versagt sein.

    Es wird aufgrund der stadtpolitischen Bedeutung angezeigt sein, dass sämtliche Fraktionen sich für den Erhalt des Obussystems aussprechen. Dies sollte die Verwaltung durch eine geeignete Stellungnahme an den Landkreis zum Ausdruck bringen.

    ——————————————————–
    Anm.: Dieser Antrag wurde vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Blomenkamp unterzeichnet.

  7. Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist! Wenn Herr Blomenkamp kräht, ist der Hahn erkältet. Aber schön wäre, wenn sein Kikeriki zum Erhalt der O-Buslinie führt. Dann fehlt nur noch ein kräftiges Täterättätä und dann kommt auch keine Sondermüllverbrennung.
    Wir warten auf den nächsten Antrag der CDU…
    Darauf einen Boonekamp …Prost!

  8. Die CDU im Barnim – eine Partei der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes? Es wäre zu schön, um wahr zu sein.

  9. Ach so ist das. Na dann ist ja alles klar.

    Ja die CDU ist schon ein revolutionärer lustiger Haufen. Besonders im Barnim tritt besonders an Tagen wie diesen der revolutionäre Geist hervor und lässt seine Jünger forsch voranschreiten.

    Der ehrenwerte Vize-Landrat unterstützt lt. MOZ ein Gutachten über Sein oder Nicht-Sein des Eberswalder O-Bus-Betriebes von Seiten der Barnimer Busgesellschaft. Warum tut er das? Wenn alles sowieso so toll ist, wieso dann noch Gutachter- bzw. Steuergelder durch die Esse pusten und den Kostendeckungsgrad des ÖPNV der Region angreifen? Oder gibt es dafür auch Fördergelder?

    Sicher ist dem Gutachter zwischenzeitlich abgesagt worden, denn wenn sowieso alle für den O-Bus sind, wäre ein Gutachten ja völlige Zeit- und Geldverschwendung, oder? Man könnte das Gutachten übrigens bezüglich der aktuellen Situation auch als üblen Bockmist bezeichnen.

    Da Herr Blomenkamp ja scheinbar Unternehmen, die ordentlich Dreck machen und 5 oder 6 Arbeitsplätze schaffen, gerne in Eberswalde hätte (vgl. Aussagen beim Frühjahrsempfang der CDU) ist es gut, wenn er seine wohl wahrscheinlich in Ansätzen vorhandene Umweltkernkompetenz beim O-Bus herauskehrt. Die von ihm befürworteten MVA und Co. machen schließlich schon genug Dreck.
    Muss man sich nun über das normale Maß hinaus Sorgen um ihn machen? Hoffentlich wird er jetzt nicht wegen seiner geradezu revolutionären Haltung von seiner Partei gerügt und aus irgendwelchen wichtigen Ämtern gehebelt.

    Hoffentlich hängt sein Wohl und Weh nicht von einem in Fragmenten abgedruckten Artikel in der MOZ ab. Es wäre sicher nicht das erste Mal, dass sowas passiert.

    Irgendwie ist das präsentierte Umweltbewußtsein nicht recht zu glauben. Wann sind eigentlich die nächsten Wahlen und hoffentlich treffen sich die Herren Bockhardt und Blomenkamp vorher nochmal. Vielleicht bemerkt dann einer von beiden seinen Irrtum. Oder auch nicht.

  10. Die CDU Eberswalde hängt sich ein grünes Mäntelchen um. Bei der O-Bus-Geschichte geht Blomenkamp in Konfrontation zu seinem Parteifreund Vizelandrat Bockhardt.
    Alles nur Medienmache, um einige Tage später die Sondermüllverbrennungsanlage wieder zu unterstützen?
    Wir werden es weiter beobachten.

  11. Wenn Herr Blomenkamp das ernst meint, steht er kurz vor einem Parteiordnungsverfahren, möchte man meinen.