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Panketal: Kaufkraft-Wunderland mit „Ghetto-Allüren“ ?

Panketal ist eine vergleichsweise reiche Gemeinde. Mit einer Kaufkraft von 18821 € pro Kopf belegten die „Speckgürtler“2006 im Vergleich der neuen Bundesländern einen herausragenden 5. Platz. Gestiegen ist allerdings auch die Kriminalität vor Ort. Nach Aussage von Bürgermeister Rainer Fornell „stieg die sogenannte Häufigkeitszahl „Straftaten pro 100.000 Einwohner“ von 5.441 in 2005 auf 6.798 in 2006. Neben den Diebstahlsdelikten verzeichnete dabei insbesondere die Zahl der Sachbeschädigungen einen deutlichen Zuwachs. Die Fakten verursachen zunächst eine gewisse Ratlosigkeit, da es auf den ersten Blick nicht einleuchtet, warum eine derart finanzstarke Region mit „Ghetto-Problemen“ zu kämpfen hat.

Andererseits hat Panketal seit langem eine ernsthaftes Identitätsproblem. Die Gemeinde hat ihre Bevölkerungszahl seit der Wende nahezu verdoppelt. .Inzwischen bestimmen Reihenhaussiedlungen auf engstem Raum das Ortsbild, die Zahl der Frei- und Grünflächen sank rapide, Kindertagesstätten sind derzeit extrem überfüllt. Während einzelne Prestigeobjekte zielstrebig und zeitnah umgesetzt wurden, geriet der sich seit Jahren andeutende Mangel an Kinderbetreuungsplätzen erst jetzt in den Focus der Handelnden.
Wo Bevölkerungszuwachs die Ausrichtung der Ortsentwicklung dominiert, sinkt allerdings die Bereitschaft sich als „Teil des Ganzen zu empfinden“ und Verantwortung zu übernehmen. Fragt man heute „Neu-Panketaler“ nach ihrer Einschätzung, empfinden sich nicht Wenige als „Steuervieh, das auf die grüne Wiese gezerrt und dann sich selbst überlassen wurde“.

Inzwischen hat ein allmähliches Umdenken eingesetzt . Die Verantwortlichen scheinen zu begreifen, dass ein „Heimatort„ wesentlich mehr ist als die Summe seiner Straßen und Häuser. Selbst „Wachstumsmotor Fornell“ beginnt, sich mit den Schattenseiten der ungelenkten Bevölkerungsexplosion auseinander zu setzen Die in Arbeit befindlichen Ortsentwicklungsleitlinien könnten diesen positiven Trend verstärken. Vorraussetzung ist allerdings, dass die Wahrung der Lebensqualität sich im Resultat gegenüber wirtschaftlichen Einzelinteressen wirklich durchsetzt.

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Solche Doppel- und Reihenhaussiedlungen gehören verboten. Architektonisch – sowas von öde, keinerlei Schutz der Privatsphäre im eigenen Garten. Ein ständiger Ein- und Auszug ist dort vorprogrammiert. Und kommt es mir nur so vor, daß sich der Verkehr in dieser Legislaturperiode verdoppelt hat?

  2. Mmh,

    meine architektonische Ktitik hält sich eher in Grenzen : Mein Haus ist (zumindest von außen) auch kein „wettbewerbsfähiger Anblick“. Ich erwarte vielmehr, dass die Gemeinden endlich aufhören Quantität vor Qualität zu setzen und ihren Einwohner nahezu jede Freifläche zubetonieren nur weil der Markt es hergibt. Wer Ortsentwicklung sagt kann nicht nur Zuwachs meinen, sondern sollte auch im Blick haben dass die Menschen sich in ihren Wohnorten wohlfühlen (auch wenn natürlich nicht jedem das Gleiche gefällt). In dieser Hinsicht hat die Gemeinde Panketal in den letzten Jahren „voll verkackt“.

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