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Ryanair will jetzt Finow für Billigflieger ausbauen

Nachdem das Billigflugunternehmen Ryanair in Neuhardenberg gerichtlich gescheitert ist, will nun die holländische Firma Infratil, an der Ryanair beteiligt ist, Finow für 85-Tonner und 24-Stunden-Betrieb ausbauen. Dann darf dort fast alles landen, was Flügel hat, mit Ausnahme von Jumbo-Jets und dem neuen Airbus 380. Nachzulesen heute im Berliner Tagesspiegel „Tempelhof soll schließen – für einen Großflughafen Finow?“

Das Thema ist momentan eines der strittigsten zwischen den Landesregierungen in Berlin und in Potsdam. Berlin befürchtet die Konkurrenz für Schönefeld, Brandenburg beruft sich auf die gemeinsame Luftverkehrskonzeption mit Berlin.

Interessant ist natürlich auch hier wieder, wie sich unsere Barnimer Provinzpolitiker zum Billigflughafen Finow positionieren. Ralf Christoffers, wirtschaftspolitischer Sprecher der PDS im Landtag, hängt schon wieder sein Mäntelchen nach dem Wind und wirft den Berliner Parteien eine „Ablenkungsdebatte“ vor. Wie wird sich der Fraktionschef der Barnimer CDU Danko Jur positionieren, dessen Gemeinde Marienwerder ein zweites Diepensee werden könnte?

Neben einer neuen Sondermüllverbrennungsanlage werden die Eberswalder wohl künftig auch noch eine Menge Fluglärm ertragen müssen. Keine guten Aussichten.

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18 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Man hält den Lärmpegel hoch, in Eberswalde.
    Wo wohnen eigentlich die Leute, die die Entscheidungen pro Flughafen, pro MVA oder gar pro Biogasanlage treffen? Doch ganz sicher nicht im direkten Einzugsbereich der „Lärm- und Dreckschleudern“.
    Den Finowern, Zetkin-Siedlern und Lichterfeldern ist der Lärm sicher noch gegenwärtig, den die sowjetischen Truppen in Finow verursachten. Dabei mußte nicht einmal geflogen werden. Schon wenn die Landebahn enteist bzw. gesäubert wurde, war der Lärm noch in Lichterfelde unerträglich (vgl. aktuelle Situation Theo-Steil-GmbH).

    Jeder Eberswalder oder Lichterfelder muß sich darüber klar sein, wie sein persönliches Wohnumfeld und das seiner Familie in 5 oder 10 Jahren aussehen soll. Die Voraussetzungen dafür werden heute geschaffen. Wer morgen sauber durchatmen will muß heute einiges dafür tun, und eine ganze Menge mehr im Barnim, denn hier trifft Politik Wirtschaft, wie nirgendwo anders.

    Zwar wird der Bau derartiger Projekte, z.B. Biogas-Anlage auf dem TGE, ordentlich gefördert (vgl. Homepage der WITO), doch die Entsorgung der Investruinen dürfen dann nach ein paar Jahren die Steuerzahler finanzieren. Den Planern sei an dieser Stelle gesagt, dass auch an ihren Grundstücken die Traktoren- und Lkw-Geschwader vorbeirumpeln.

    Sämtliche Planungen bzgl. Industrieansiedlungen und „Alleenerneuerung“ der letzten 12 Monate laufen dem Ansinnen, einen Umwelt- und Tourismusstandort (Schorfheide) zu schaffen, komplett zuwider. Es hat den Anschein, dass gerade dieses die eigentliche Voraussetzung ist, um von den Bau- und Verkehrsgremien vorangetrieben zu werden.

    Da formt sich langsam aber sicher ein zwar inoffizielles aber dennoch immer deutlicheres Leitbild für Eberswalde:

    „Lärm, Dreck und Gestank – Eberswalde ist dabei, Gott sei Dank!“ (Anm.: „… denn Geld frißt Hirn“)

  2. Industrieplanung von allen Seiten zu beleuchten um eventuell großen Schaden an der Umwelt abzuwenden ist eine wichtige und sinvolle Sache. Aber heute noch den eventuellen Fluglärm mit dem den die Sowjetischen Mig`s gemacht haben zu vergleichen grenzt an schädlicher Unwissenheit. Es gab in Deutschland auch die Zeit, wo Maschienen gestürmt wurden und gegen die Dampfrösser gekämpft wurde. Diese Zeit sollte so endgültig vorbei sein. Ich bin auch für Kontrolle und Transparenz, aber man sollte auch nicht immer nur gegen alles sein. Überings ist der Methanausstoß unserer Kühe auf den Weiden und Ställen ein wesentlicher Punkt, der den negativen Klimawandel auslöst. Wie wird diese Problem gelöst????

  3. Das Problem mit den Kühen läßt sich durch eine erhöhte Bereitstellung an Rindersteaks leicht lösen. Nein, nein, Spaß beiseite.

    Es scheint mir verfehlt berechtigte Zweifel an den aktuellen Projekten im Barnim mit dem Maschinenstürmen der Ludditen im guten alten England und der Angst vor der Dampfloktechnologie zu vergleichen, obwohl der Kenntnisstand bei vielen Bürgern durch geschlossene Scoping-Veranstaltungen (z.B. Biogasanlage in EW in der Bierakademie) ja gar nicht besser sein kann.
    Es ist ja bei vielen Dingen so, dass man sie eigentlich nicht braucht. Wenn sie aber erstmal da sind, werden sie auch bis an ihre Grenzen genutzt. Das ist letztlich auch eine Kostenfrage.

    Seit geraumer Zeit werden zudem für die Flughafenbefürworter vernichtende Untersuchungsergebnisse zu den Klimaauswirkungen des Flugverkehrs publiziert. Sicher kann man sich nicht pauschal gegen alles stellen, macht ja auch keiner. Oft wird aber schon das stellen unbequemer Fragen als Quertreiberei verdammt.

    Straßenausbauten (B167) müssen sein. Energietrassen müssen saniert und teilweise umgeleitet ( teilweise durch die Schorfheide) werden. Alles okay soweit.

    Was aber ist an einer MVA okay, wie sie in EW geplant ist?
    Was ist an einer 5-Megawatt-Biogasanlage genau zwischen dem Eberswalder Stadtgebiet und ca. 1400 Quadratkilometer Biosphärenreservat okay?
    Will man beim Flugverkehr etwas für die Natur tun, muss die Logistik vereinfacht werden. Was hat die Notwendigkeit der Einrichtung eines Berlin-Shuttles mit Klimaschutz zu tun?

    Obwohl die Eberswalder Biodiesel-Anlage auch nicht gerade ein Synonym für Klimaschutz ist (vgl. Palmölproduktion), wird sie wohl gebaut.

    Zum Problem mit den Kühen wäre die Nichtabholzung unser Alleen z.B. eine Lösung, oder eine Landwirtschaft in geregelten Bahnen, oder weitere Aufforstungen, oder, oder, oder.

    Wie bei den Alleenabholzungen werden und wurden Alternativlösungen durch die handelnden Regionaloberen nur nicht beachtet.

    Abschließend beste Grüße an alle Barnimer Maschinenstürmer;-)

  4. @Thomas: Es geht genau um das Thema Transparenz. Wir wissen doch alle noch, was in Finow rund um den „Entwickler“ Brandstetter so abgelaufen ist. Wenn man jetzt vorhat, Ryanair und in Folge dann auch easyJet nach Finow zu holen, frage ich mich, warum wir Barnimer darüber zuerst in einer Berliner Tageszeitung lesen müssen.

    Warum steht so etwas nicht in den Wahlprogrammen der Brandenburger PDS, SPD und CDU? Warum wird das nicht seit Monaten öffentlich diskutiert? Weil man Angst vor den Berliner Parteigenossen hat, denen man in Bezug auf Schönefeld quer durch alle Parteien etwas anderes zugesagt hatte? Oder weil man sich dabei besonders clever vorkommt, wenn man buchstäblich über die Köpfe der eigenen Wähler hinweg plant? Keine Ahnung. Ich wüßte es gern.

    Zweifelsohne ist der Fluglärm und der Schadstoffausstoss nicht mehr mit der MIG 21 zu vergleichen. Aber die Legende von den furzenden Kühen, die das Weltklima wandeln, gehört wohl auch in das Reich der Märchen.

  5. @Stefan Reckin
    Zur Information: Ich hatte kürzlich einige Polizeibeamte aus Eberswalde gesprochen. Zu meiner Verwunderung teilten sie mir mit, dass sie nicht überzeugt sind von der Sinnhaftigkeit des Ausbaus der B 167. Die sollten es eigentlich relativ gut einschätzen können.
    Ich gebe zu, dass ich mich mit dem Thema noch zu wenig beschäftigt habe, um mir eine klare Meinung darüber zu bilden.

  6. …zunächst bin ich froh, dass so schnell auf mein Beitrag reagiert wurde, was doch auch von der hohen Qualität der Seite zeugt. Vieles von dem was geschrieben steht mag auch richtig sein, allerdings wenn man in Wikipedia den Flughafen Finow eintippt, kann man dort schon lesen was die Zukunft mit dem Flughafen vor hat. Auch ist es kein niederländisches Unternehmen – Infratil- sonder ein Neuseeländisches. Im Prinzip vielleicht kein großer Unterschied. Es ist richtig, das solche Themen auch hier auf den Tisch kommen sollten und wir nicht über eine Zeitung aus Berlin dies erfahren. Aber dafür gibt es ja den BAR- Blog !! Ich finde nur die ganze Diskussion in dem Artikel der Tageszeitung blöd, weil es ja eigentlich nicht (!) um den Umweltschutz geht, sondern unter seinem Namen die Konkurenz für BBI ausgeschalten werden soll. Es ist unbestreitbar, das solch eine Einrichtung wie ein Flughafen auch einen gewissen Aufschwung in die Region bringt, den wir verdammt nötig haben. Die Ideen des Herrn Brandstetter und seine Machenschaften lasten natürlich auf diesem Areal, aber ich denke es gab in der „Nachwendezeit“ viele solcher Beispiele. Wir sollten bedenken, dass es den Flughafen Finow gibt, mit seiner Landebahn und all was dazu gehört, es ist also ein relativ geringer Aufwand um diese Gelände für diese Zwecke nutzbar zu machen. Überings gibt es einen regulären Flughafenshuttel zwischen Stettin und Berlin, vieleicht kann man ihn auch für Finow nutzen…..

  7. @Thomas W.aus B.:
    Genau, ich sehe da auch mehr vorgeschobene Argumente, wobei die Konkurenz für den BBI ausgeschalten werden soll.
    Es grenzt an Lächerlichkeit, in der Öffentlichkeit zu verbreiten, dass Finow eine ernsthafte Konkurrenz für den BBI darstellen könnte. Wenn ja, würde der BBI ohnehin auf ökonomisch wackligen Beinen stehen.
    Konkret: Der Flugplatz Finow muss so entwickelt werden, dass er ökonomisch tragbar und ökologisch verträglich ist. Dass dann an die 2000 Arbeitsplätze (O-Ton SPD-Bügrermeisterkandidat aus Eberswalde Thomas Engel)geschaffen werden, ist ein ganz klein wenig überzogen. Dafür würden auch Spezialisten angeworben werden, und nicht Hartz IV-Empfänger aus der Region.

  8. @Thomas W.aus B
    @Schwarzenjäger
    Welchen Grund die Gegner des Finower Flughafenprojektes auch haben mögen, so existieren ja schon derartige Flughäfen.

    Habe mal geschaut welcher Flughafen mit Finow ungefähr vergleichbar wäre. Einer der in der Nähe eines Großflughafens liegt ist der in Altenburg (75 km von Leipzig entfernt). Mit ca. 38.000 Einwohnern ist die Einwohnerzahl auch ähnlich.
    Der Flugplan macht da ja nicht wirklich Mut.

    http://www.flugplatz-altenburg.de/site2/airp07/htdocs/flugpl.shtml

    Wenn das auf Finow zukommt würden mich schon 20 Vollzeitarbeitskräfte wundern und dabei sind Gera gerade gut 30 km und Zwickau keine 50 km von Altenburg entfernt.

  9. M.E. ist die Sache relativ einfach: Der Kapitalist verkauft einem noch den Strick, an dem man ihn aufhängen will oder: einer verdient immer. Sei es nicht am Flugverkehr (siehe Webseite vom Flughafen Altenburg), dann am Bau und am Unterhalt des Flughafens.Und die Politik kann dann mal wieder Aktivität und Aufschwung suggerieren.Wenn wir außerdem davon ausgehen, dass etwa ab 2040 die Erdöl- also auch Flugbenzinreserven nur noch sehr begrenzt zur Verfügung stehen werden, reicht vielleicht ein Dinosaurierprojekt in Berlin-Schönefeld. Aus jedem verlassenen Flugfeld (Finow, Neuhardenberg usw.) einen Großflughafen machen zu wollen, paßt wohl doch nicht mehr in diese Neuzeit des Klimakomas und der Umweltkatastrophen.

  10. @T. Zimmermann: Der Link dürfte für die „Wirtschaftsentwickler“ im Barnim interessant sein. Da kann der Wirtschaftsdezernent schon mal ein nettes Sümmchen in den Haushalt einstellen, wenn Ryanair kommt..

  11. In einigen Jahren wird Eberswalde die Bevölkerungszahl von Bernau unterschreiten (vgl. MOZ-Veröffentlichungen). Die aktuellen Investitionen, die eigentlich nur das großflächige Abschöpfen von z. B. EU-Mitteln darstellen, leisten ihren Beitrag, dass jeder der kann, der Region den Rücken kehrt.
    Derzeit befindet sich die Region an einem Scheideweg. In den Nachwendejahren wurde die Infrastruktur modernisiert. Jetzt gilt es, sich zu entscheiden, ob Umwelt und Tourismus an erster Stelle stehen sollen, oder ob weiterhin schon auf den ersten Blick völlig sinnlose Projekte durchgezogen werden sollen.

    Wieviele Arbeitsplätze würden auf einem Flughafen wie Altenburg oder Eberswalde geschaffen? Der Verkauf von Zeitschriften und belegten Brötchen ist wohl von 2 bis 3 Halbtagskräften zu stemmen. Was für eine Verringerung des Arbeitslosenheeres! Aber auch nur wenn die Zeitschriften und Brötchen nicht vorher vor einem ansässigen Supermarkt verkauft wurden. Vieleicht geht ja auch beides. Der Flugplan würde das sicher zulassen!

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