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Bio-Urnen – Der saubere Weg in die Ewigkeit?

Was passiert mit unseren sterblichen Überresten?

Diese fast „ewig“ anmutende Frage war unlängst Gegenstand einer ganz profanen parlamentarischen Anfrage im Brandenburger Landtag. Darin sprach sich die tourismus- und energiepolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Barbara Hackenschmidt, für die landesweit verpflichtende Einführung sogenannter Bio-Urnen aus.

Biournen werden in der Regel aus Naturharz gefertigt und verrotten innerhalb weniger Monate. Und das hat durchaus Vorteile. „Die derzeit in den Krematorien verwendeten Aschekapseln“, so Hackenschmidt gegenüber der Märkischen Oderzeitung, blieben auch noch nach 15 Jahren unverändert (…)“ und müssten somit im Bedarfsfall nach Ablauf der „ewigen Ruhe“ wieder ausgebuddelt und entleert werden.

Die gesetzliche Anordnung der „Ökournen“ wäre allerdings ein recht mutiger und innovativer Schritt. Bislang gibt es bundesweit nur vereinzelt kommunale Friedhofssatzungen mit entsprechenden Bestimmungen. So verordnet die Friedhofssatzung der Gemeinde Lauterbach/Schwarzwald, „dass für die Erdbestattung von Urnen leicht verrottbare Urnen (Bio-Urnen) zu verwenden sind.“

Die Möglichkeit kommunaler Einzelsatzungen sieht auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm, der eine landesgesetzliche Verankerung aber ablehnt. Dies würde, nach Meinung des „Generals“, „der im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung sowie dem Ziel des Abbaus von Normen und Standards widersprechen“. Ob der alte Krieger dabei tatsächlich den Bürokratieabbau im Blick hatte oder sich ganz persönlich vor einer „Beisetzung im Öko-Style“ fürchtet konnte bisher nicht abschließend geklärt werden.

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Veröffentlicht von

Stefan ist von Beruf Sozialarbeiter und arbeitet mit chronisch kranken Menschen. Der 2-fache Familienvater ist Autor verschiedener Websites und gelegentlich auch noch als Sänger aktiv. Als leidenschaftlicher Naturschützer wurde er unlängst in die Panketaler Gemeindevertretung gewählt. Weitere politische Schwerpunkte sind die Ortsentwicklung, sowie soziale Themen.

14 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Zuerst mußte ich auf den Kalender schauen, um mich zu vergewissern, dass es sich bei der Anfrage Frau Hackenschmidts nicht um eine Glosse zum 1. April handelt.
    Danach ging ich auf Ursachenforschung, welhalb jemand in der aktuellen umweltpolitischen Situation eine solche Frage stellt. Am Ende blieb nur ein Verdacht. Nämlich, dass hier eine Feier am Vortag zu lange gedauert hat, die Tagesform somit nicht die beste war und aus Versehen ein Partyspaß in die falschen Hände geraten ist.

    Mal im Ernst. Jemand wird beerdigt und seine Urne verweilt also z.B. 15 Jahre im Erdreich. Sie wird danach – bei Bedarf – völlig unverändert, also ohne Schadstoffe abgegeben zu haben, ausgebuddelt. Bedarf heißt hier, dass ein neuer Gast an gleicher Stelle seine finale Ruhe sucht. Dazu ist kein zusätzlicher Aufwand von Nöten, denn es ist egal ob ich einen mittelgroßen Stein, Lehmboden, normalen Sand oder eine Urne auf der Schippe habe, das Loch wird sowieso gegruftet. Und der neue Gast bezahlt auch noch die Rechnung.

    Abzüglich der Asche kann die Urne dann dem Altmetall o. ä. zugeführt werden. Dieser einfache Arbeitsschritt sollte unter den neuen Gebührenbedingungen der Gemeinden wohl drin sein.

    In Zeiten, wo Alleen weichen müssen, Dreckschleudern (MVA & Co.)entstehen und alternative Energieerzeugung mit dem Vorschlaghammer (20-Megawatt-Anlage in Penkun) durchgezogen wird, scheint mir Frau Hackenschmidts Urnen-Thema flüssiger als Wasser zu sein.

  2. Was hat das nun eigentlich mit Frau Hackenschmidts Sprecherinnenfunktion zu tun? Geht es eher um (Beerdigungs)tourismus oder um Energiepolitik?

  3. Genau diese Frage habe ich mir auch schon die ganze Zeit gestellt. Manche Menschen regeln ja schon zu Lebzeiten die gesamte Bestattung. Will man es auf die Spitze treiben könnte man alles miteinander kombinieren.

    Busreisegruppen mit Rentnern oder älteren Arbeitnehmern suchen das morbide Urlaubserlebnis. Erst wird die Grabstätte ausgesucht, dann eine Betriebsbesichtigung im Krematorium gemacht und schließlich wird das Urlaubshotel mit der Abwärme durch das Krematorium versorgt. Ökologischer geht`s doch nicht, oder?

  4. Mmh,

    mir deucht ich habe in meinem Beitrag die Hintergrundinformationen vernachlässigt, nun denn:
    1. Bio-Urnen wurden ursprünglich ausschließlich für die „Sonderform der Baumbestattung erfunden“. Findet eine solche statt, werden ca. 20 Urnen pro Baum unter dem Wurzelwerk vergraben. Das man hierfür ein Material auswählt , dass sich in kürzester Frist der Erde gleichmacht und dem Wurzelwachstum nicht im Wege ist (so gering diese Gefahr auch sein mag) ist im Grunde nich wirlich blöd.
    2. Obgleich ich gern zugebe , dass der Erde schlimmere Gefahren drohen als das „Urnenrecycling“ möchte ich darauf verweisen, dass auch die Wiederwerwertung von Metallen insgesamt nicht unerhebliche Mengen von Energie bindet die im Falle der Verrottung komplett entfallen.

    Aus meiner Sicht ist die Offensive der „SPD-Touristin“ daher eigentlich ganz vernünftig (wenn auch gewöhnungsbedürftig)

  5. Um eine halbwegs sachliche Sicht der Energieverbräuche zu bekommen, müßte man den Energieverbrauch von der Bereitstellung des jeweiligen Rohmaterials, über dessen Verarbeitung, bis hin zur Entsorgung bzw. Wiederverwendung der Entprodukte betrachten.
    Eine abschließende Bewertung der jeweiligen Vor- und Nachteile ist zumindest mir nicht möglich, wohl auch der „SPD-Touristin“ nicht.
    Wenn nur für alle wichtigeren umweltrelevanten Themen von Seiten der Politik soviel Zeit erübrigt würde.

    denn:

    Wieviele Urnen fallen denn pro Monat im gesamten Land Brandenburg an? Erreicht die Metallmenge überhaupt die eines einzigen Altautos?
    Wieviel Energie verbraucht das Recycling eines Altautos.

    Zumindest bei der letzten Frage scheint Frau Hackenschmidt die richtige Ansprechpartnerin zu sein.

    Interessieren würde mich in diesem Zusammenhang, wie Frau Hackenschmidt einem Unternehmen, wie z. B. dem folgenden (siehe Link) ihr Ansinnen darlegt:

    http://www.heiso.de

  6. Wie die MOZ heute berichtet liegen Öko-Beerdigungen und BIO-Unrnen auch im Barnim voll im Trend. Derzeit wetteifern die Gemeinde Schorfheide und die Stadt Eberswalde um die Errichtung des ersten Naturfriedhofes

  7. Als Alternative ist das ja auch eine prima Sache. Jeder kann wenn er will und keiner wird dazu gezwungen wie in Lauterbach.

    Vieleicht hat in der aktuellen Situation der eine oder andere Baum im Barnim auch eine größere Überlebenschance wenn sich unter ihm „Bio-Gräber“ befinden.

  8. Die Diskussion über die quasi Zwangsverrottung á la Lauterbach löst ungeahnte Szenarien aus. Momentan bin ich nicht sicher, ob ich dann, wenn ich abberufen werde, auf dem hiesigen Komposthaufen auf bessere Zeiten warte oder in der Biotonne noch etwas für das Allgemeinwohl darstelle.

    Ich glaube Frau Hackenschmidt wollte hier alles andere als die Nachwelt erheitern, sondern erwartete hier nur ernstgemeinte Zuschriften…evtl. mit Bild

  9. Pingback: Die Woche im Barnim - Ein höchst subjektiver Rückblick « BAR-blog | Wir bloggen den Barnim

  10. http://www.stilvolle-urnen.de

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