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Notizen zu den Eberswalder Sondermüllverbrennungsplänen

mullverbrennungsanlage.jpgDie in Eberswalde geplante Anlage soll mindestens 90.000 Tonnen Sondermüll verbrennen. Davon fallen in Eberswalde 35.000 Tonnen an und in Trier 35.000 Tonnen. Das Unternehmen Theo Steil besitzt einige weitere “Filialen” und sollte ohne Probleme die benötigte Menge “Sonder- bzw. Giftmüll” zusammenbekommen. Hierzu reicht es, sich die Zertifikate der verschiedenen Standorte zu verinnerlichen.

Die Theo Steil GmbH ist auf verschiedenen Gebieten zertifiziert, wie ein Blick auf eine Selbstdarstellung des Unternehmens zeigt:

Die Theo Steil GmbH versteht sich als der kompetente Ansprechpartner in allen Fragen der Entsorgung und Verwertung von Altmaterialien und Produktionsabfällen.

Das Kerngeschäft liegt dabei traditionell im Bereich der Verwertung von Schrotten aller Art, die in unseren Aggregaten für den Wiedereinsatz im Stahlwerk aufbereitet werden. Auf Wunsch sind wir jedoch auch in der Lage, ein komplettes Entsorgungspaket (incl. Übernahme überwachungs- und besonders überwachungsbedürftiger Abfälle) anzubieten.

Abholungen mit Kranfahrzeugen, Containern oder Sattelzügen gehören ebenso zu unserem Dienstleistungspaket, wie die Organisation und Durchführung von Demontagen, Firmen-/Lagerauflösungen und Abbrucharbeiten.

Wir sind u.a. zertifiziert als:

– Entsorgungsfachbetrieb
– Altautoverwertungsbetrieb
– Altautoshredderbetrieb

Da bei der Eberswalder Anlage von einer Kraft-Wärme-Kopplung völlig abgesehen wurde, die entstehende Wärme in die Atmosphäre abgegeben wird (Förderung des Klimawandels) und somit ein Umweltaspekt pro Anlage nicht erkennbar ist, scheint nicht nur die Anlage selbst betrachtenswert, sondern auch die kostentechnische Ist-Situation. Die aktuell anfallenden Opportunitätskosten für die (Fremd)entsorgung des Sondermülls und die Energiekosten für den Betrieb der Anlage in Eberswalde würden wegfallen. In Addition zu den konkreten MVA-Zahlen scheint das unternehmerische Risiko dann doch nicht mehr so groß. Wie so oft liegt das Risiko (fast) allein bei den Anwohnern im Umkreis von mindestens 5km. Sie dürfen mit der eigenen Gesundheit und dem Wertverlust ihrer Grundstücke für dieses Projekt, das übrigens auch vom Land gefördert wird, bezahlen.

Ein besonders mieses Gefühl dürfte bei den Menschen aufkommen, die sich an die Zeiten erinnern, wo der Westberliner Müll von der DDR gegen Devisen aufgekauft wurde. Nur dieses Mal handelt es sich nicht um Hausmüll, sondern ausschließlich um gewerbliche Abfälle und wie es immer so schön heißt, um “überwachungs- und besonders überwachungsbedürftige Abfälle”. Ein Szenario wäre z.B. die Verschrottung einer Chemieanlage. Nach dem Bau einer MVA in Eberswalde könnten die alten Kessel verschrottet und die Restchemikalien in Eberswalde bei nur 850 Grad Celsius gleich verbrannt werden.

Die Führung des Unternehmens Steil versicherte gebetsmühlenartig auch auf die größten, auf konkreten Fakten beruhenden Zweifel, dass es für die Bevölkerung keinerlei Einschränkungen gesundheitlicher Art gäbe. Mittlerweile kannte jeder Eberswalder und Schorfheider die Phrasen schon auswendig. Der Text war bekannt, es fehlte nur noch eine Melodie und man hätte alles bei der nächsten Betriebsfeier singen können. Gerade deshalb sind viele Szenarien vom Störfall bis zur kompletten Havarie denkbar und bei allen scheint ein “Schrottunternehmen”, welches erstmals mit thermischer Abfallbehandlung konfrontiert wäre, völlig überfordert.

Kaum ein Politiker bekennt sich klar zum Umweltschutz und gegen die MVA. Bierwirth, Gebriel und Co. glänzen durch Halbwissen und Kopfgeburten. Es gilt wieder die alte Regel 20/60/20. 20% der Politiker sind klar gegen die MVA und sagen dieses auch, z.B. der neue Eberswalder Bürgermeister. 20% sind dafür und tun dieses kund und die restlichen 60% geben sich nach außen dagegen und innerlich sind sie, der Lobbyarbeit sei dank, dafür. Einzig die Bürgerinitiativen und damit der Druck der Bevölkerung haben bisher die Interessen der Bürger im Rennen gehalten. Wollen wir hoffen, dass zu den Anhörungen auch alle 2500 Einwender und viele, viele Zuhörer den Druck noch weiter erhöhen.

Eine Woche lang sollen die Anhörungen beim jetzigen Stand der Dinge dauern. Warum nicht eine ganze Woche Urlaub nehmen und an jedem Anhörungstag Flagge zeigen? Denn wenn die MVA kommt, werden 3 oder 4 Wochen Jahresurlaub pro Jahr den Eberswaldern zur Erholung von der MVA nicht ausreichen. Soviel ist sicher.

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Müllverbrennungsanlage in Oberhausen, Foto: PixelQuelle.de

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