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Das Cicero-Urteil und die Märkische Oderzeitung

Das Kürzen von Leserbriefen bei der MOZ geht manchmal ziemlich weit. Wenn dann noch die durchaus knackige Überschrift „Verantwortungslosigkeit gegenüber der Zukunft“ ersetzt wird, kann man froh sein, dass es den Balken „Von der Zensur gestrichen“ nicht mehr gibt.

So sah der Leserbrief von Dr. Andreas Steiner im Original aus:

leserbrief-steiner-original.jpg

Und das machte die Märkische Oderzeitung daraus:

leserbrief-steiner.jpg

So läuft das ab beim Neuen Tag bei der Märkischen Oderzeitung im östlichsten Zipfel dieser Republik. Und zwar an dem Tag, an dem Karlsruhe die Pressefreiheit gestärkt hat. Pressefreiheit ist immer auch die Freiheit der Lesenden!

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Veröffentlicht von

Karl-Heinz ist Social-Media-Trainer. Er trainiert Online-Redaktionen und Online-Marketing-Profis und macht sie fit für das "Social Web". In Bernau bei Berlin führt er eine Unternehmensberatung. In seiner Freizeit engagiert sich Karl-Heinz für den Erhalt der Brandenburger Alleen.

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Die gleiche Erfahrung habe ich auch bei einem meiner Leserbriefe gemacht. Es wurden ca. 80 Prozent weggelassen und die restlichen 20 Prozent wurden umformuliert(!) und das ist nicht in Ordnung. Da wird Urheberrecht verletzt.
    Mein Name stand aber dennoch unter dem stark mutierten Leserbrief – daraufhin schrieb ich mit Hingabe eine Beschwerde an die Eberswalder Redaktion und „CC“ direkt an die Chefetage nach Frankfurt. Danach wurde ich von einem Mitarbeiter dieser beliebten Tageszeitung öffentlich attackiert und seither werden meine Leserbriefe nicht mehr abgedruckt.

    Ach ja, ich vergaß es – es gabe eine Antwort auf meine Beschwerde. Sie kam mir ein wenig entgegen, aber ein Eingeständnis war sie keinesfalls und mein Hinweis, dass mir die miesen Wortwiederholungen im umformulierten Text nicht im Traum in die Feder gekommen wären, fand keine Beachtung.
    Ganz am Ende wurde aber alles wieder aufgehoben, so daß die Tageszeitung schließlich negierte…

    Was ich ganz im Ernst aber am schlimmsten finde, ist die Tatsache, daß Briefe mit etwas Rhetorik grundsätzlich von der MOZ „versaut“ werden – das weiß ich auch von anderen verzweifelten Leserbriefschreibern.

  2. Vor etwa 2 Tagen berichtete die MOZ, dass der bisherige Barnimer „Lokalchef“ Rüdiger Thunemann abberufen wurde und zukünftige als stellvertretener Leiter des Politikressorts der Frankfurter Zentrale fungiert. Ersetzt wird er meiner Erinnerung nach durch Herrn Zenker.
    Ob dadurch die Ausrichtung der lokalen Berichterstattung eine Öffnung und höhere Vielfalt erhält bleibt freilich abzuwarten. Nötig wäre es.

  3. Der personelle Wechsel geht wohl eher in die falsche Richtung. In dieser Woche wurden nicht eben viele Leserbriefe gedruckt.
    Gerade hatten wir das Thema der verstümmelten Leserbriefe auch wieder im unittelbaren Umfeld und es stinkt einem langsam. Ich habe nicht grundsätzlich etwas gegen die MOZ, aber ich verstehe auch nicht die Menschen, die für diese Zeitung schreiben. Wenn das alles sein soll, was man schreiben darf und oft auch noch bewußt unrichtig. Der Mensch ist ein Schmierlappen… Wo soll bitte schön d a s hinführen?
    Hier werden nicht nur Tatsachen verdreht sowie weggelassen sondern auch Rufe gemordet – vergeßt das bitte nicht!