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Petra Bierwirth im Hagel der öffentlichen Kritik

logo-mva.jpgDer Vorsitzender der Bürgerinitiative für eine gesunde Umwelt-Schorfheide e.V., Eberhard Thiele, kritisiert in einem Brief an die Märkische Oderzeitung die Ignoranz der Barnimer Bundestagsabgeordneten Petra Bierwirth in Bezug auf die geplante Sondermüllverbrennungsanlage in Eberswalde:

Leserbrief zum MOZ-Artikel vom 05.01.07
„Neue Müllverbrennungsanlage sachlich diskutieren“

Wieder einmal mehr wird mit diesem Artikel deutlich, wie unbekümmert, froh und heiter ein gewählter Abgeordneter mit den Problemen seiner Region, seines Wahlkreises, umgeht. Den aufmerksamen Lesern unserer Tagespresse wird nicht entgangen sein, und Frau Bierwirth wurde in diesem Interview von Herrn Thunemann explizit darauf hingewiesen, dass die geplante Sondermüllverbrennungsanlage „heiß diskutiert wird“. Einfügen muss ich an dieser Stelle, dass von unserer Bürgerinitiative für eine gesunde Umwelt Frau Bierwirth gesondert am 09.12.06 über Ihre Kontaktadresse des Deutschen Bundestages über die Problematik informiert wurde.

Frau Bierwirth ist Vorsitzende des Umweltausschusses (!!!) des Deutschen Bundestages, kann und will aber vielleicht auch gar nicht die von ihr „im Ruhrgebiet und Berlin “ besuchten Anlagen, „die sehr gut funktionieren“ (und wahrscheinlich ganz normale Hausmüllverbrennungsanlagen sind) vom hier geplantem Vorhaben einer Sondermüllverbrennung unterscheiden! Sind hier eventuell Spendenerwartungen zur nächsten Wahl im Kalkül? Wir möchten wiederholt Frau Bierwirth auffordern, zur Kenntnis zu nehmen, dass es sich bei der hier geplanten „EVA“ -energetische Verwertungsanlage, klingt doch gut – eben nicht um eine Anlage, wie ihr bekannt, handelt.

Hier soll eine Sondermüllverbrennungsanlage entstehen, in der „gefährlicher Abfall“ (Originaltext der Antragsunterlagen), zum größten Teil Shredderleichtfraktion nicht mal aus der Niederlassung der Theo Steil GmbH in Eberswalde, die hier verarbeiteten Abfälle kommen außerdem nur in geringem Umfang aus dem Kreis Barnim, sondern aus dem ca. 800 km entferntem Trier und „anderen Quellen“ verbrannt werden sollen!

Ihre Unkenntnis und Ignoranz übertrifft sogar noch unseren Landrat Ihrke, der sich zumindest als „Privatmann“ gegen die „Müllanlage“ wendet, schade, schade. Hervorheben und begrüßen muss ich an dieser Stelle den Standpunkt der Verwaltungen von Eberswalde und Schorfheide, die sich eindeutig gegen diese Anlage ausgesprochen haben. Will Frau Bierwirth diese zur „Sachlichkeit“ mahnen? Außerdem betrifft diese Mahnung genauso die zur Zeit 12600 Gegner des Vorhabens der Errichtung einer Sondermüllverbrennung, die das mit ihrer Unterschrift kundgetan haben.

Bedauerlich, dass Frau Bierwirth meiner, zugegebenerweise sehr kurzfristigen, Einladung zur Informationsveranstaltung am 05.01. nicht Folge leisten konnte. Hier hätte sie sich im übervollen Saal von der Sachlichkeit unserer Bürger -und ihrer Wähler- überzeugen können, die wir leider bei ihrer Aussage vermissen.

Hätte „unsere“ Bundestagsabgeordnete auf den Hilferuf vom 09.12.06 reagiert, hätten wir auch zeitgerecht einladen können. Auch in einem Telefongespräch am Veröffentlichungstag war Frau Bierwirth von mir nicht zu bewegen, Ihre, bei Gutmütigkeit des Lesers unbedacht anzusehende, unqualifizierte Äußerung zu überdenken. Wörtliche Antwort: „Das ist eben Demokratie“. Hier erspare ich mir jeden Kommentar.

Ich habe Frau Bierwirth versichert, dass die Mitglieder und Freunde unserer Bürgerinitiative trotz Ihrer „Mahnung zu mehr Sachlichkeit“ oder gerade deswegen alles unternehmen werden, damit diese Sondermüllverbrennung hier in der Waldstadt Eberswalde als Gesundheitszentrum und Mittelpunkt des Tourismus verhindert wird. Dazu rufe ich hiermit alle Leser auf! Die nächste Wahlentscheidung werden wir aber wohl wesentlich kritischer treffen müssen. Es kann nicht sein, dass unsere Vertreter im Bundestag mit solch gravierenden Wissenslücken Verwirrung stiften!

Ich möchte allen Bürgern von Eberswalde, Schorfheide und Umgebung für die bisherige Mitarbeit danken und fordere gleichzeitig auf, auch oder gerade jetzt ihre Bürgerrechte in Anspruch zu nehmen. Nehmen Sie Einsicht in die Antragsunterlagen zur Sondermüllverbrennung, die im Rathaus Eberswalde und im Bauamt in Finowfurt ausliegen. Wehren Sie sich gegen eine mit diesem Vorhaben einhergehenden Verschlechterung der Wohn- und Lebensqualität, auch oder gerade wenn das der Absicht von Frau Bierwirth entgegn stehen sollte. Wehren Sie sich gegen eine Wertminderung Ihrer Immobilien, die bei einem Eigenheim ca. 20-35, ja bis zu 50% gehen wird; Ihre Altersvorsorge wäre futsch!

Formulieren Sie Ihre Einwände möglichst konkret, Hinweise gibt die Bürgerinitiative persönlich, telefonisch, in den Sprechzeiten, siehe Homepage www.mva-eberswalde.de. Liebe Leser unserer Tageszeitung, raffen Sie sich auf, handeln sie jetzt, damit es weiter eine Entwicklung unseres Territoriums geben kann, dass unsere Menschen nicht potenziert abwandern und das unsere Lebensqualität nicht dem Profit einer Gesellschaft geopfert wird.

Eberhard Thiele
Vorsitzender der Bürgerinitiative für eine gesunde Umwelt-Schorfheide e.V.

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3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Genau die Aussagen, die man von einem Vorsitzenden einer Bürgerinitiative erwartet: „Wir sind alle dafür, dass wir dagegen sind“. Keine Alternativen aufführen! Ab mit dem Müll in die Niederlande, die haben Erfahrung mit dem Verklappen von Sondermüll an der afrikanischen Küste. Es gibt dann bestimmt jemanden, der unserschlechtes Gewissen mit einer Spende kompensiert

  2. @Karl: Für Sondermüllverbrennung gibt es schon heute Überkapazitäten in Deutschland und in Europa. Hier soll wegen „günstigerer“ Kosten (durch veraltete Technologie) Sondermüll aus ganz Deutschland an den Rand des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin gekarrt und verschifft werden.

    Du schreibst von „nicht aufgeführten Alternativen“. Welche Alternativen meinst Du? Es gibt keinen Grund, diese Anlage zu bauen … ausser die wirtschaftlichen Interessen der Theo Steil GmbH.

  3. Pingback: Jens Koeppen (CDU) schwenkt gegen Sondermüllverbrennungsanlage ein - BAR-blog | Wir bloggen den Barnim