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Petra Bierwirth für Alleenrodung und Müllverbrennung im Barnim

bierwirth.jpgDie Barnimer SPD-Bundestagsabgeordnete Petra Bierwirth (46) wurde von der Märkischen Oderzeitung nach ihrem Standpunkt zur Allee Rüdnitz-Danewitz und zur geplanten Sondermüllverbrennung in Eberswalde befragt.

Zur geplanten Fällung von 700 Alleebäumen sagte sie, dass es gar nicht um Fällungen, sondern um Neupflanzungen ginge. Sie sei für das Projekt des Kreises. Auf die Frage nach ihrer Meinung zu Baumbesetzungen sagte Petra Bierwirth:

Die Proteste werden von einer fundamentalen Haltung getragen, die die sachliche Ebene verlässt. Das ist wenig hilfreich und fällt leider auf jene zurück, die sich ehrlich für Naturschutz einsetzen.

Mit dieser Meinung verlässt nun gerade Petra Bierwirth die sachliche Ebene. Offenbar hat sie den Kontakt zu ihren Wählern verloren, die mehrheitlich für eine Erhaltung der Ahornallee an der Kreisstraße 6005 und gegen eine unnötige Verbreiterung auf 5,50 Meter sind. Petra Bierwirth unterstellt aktiven Naturschützern Fundamentalismus und Unehrlichkeit. Unter diesen Aktivistinnen sind Studentinnen des Masterstudienganges „Global Change Management“ der Fachhochschule Eberswalde. Diesen Studiengang würde Petra Bierwirth gern selbst belegen, wenn sie noch mal jung wäre und studieren dürfte. Ihren „fundamentalen“ Kenntnissen der Umweltthematik würde es vermutlich gut tun. Eine Bundestagsabgeordnete aber, die jungen Wissenschaftlerinnen Unehrlichkeit nachsagt, wenn sie sich aktiv für den Alleenschutz einsetzen, hat sich ein Eigentor geschossen.

Petra Bierwirth reiht sich mit der Wiederholung des infamen Slogans von der „Allee der Zukunft“ in die Allianz von Landrat Ihrke, Vize-Landrat Bockhardt und Landesumweltminister Woidke ein. Jener hatte in einem Brief an verunsicherte Anrainer der Allee neulich sogar von einer „abgängigen Allee“ gesprochen. Beide Parolen hätten gute Chancen, zum Unwort des Jahres 2006 gewählt zu werden.

Die Brandenburger Baumalleen sind ein kostbares Kulturgut und Geschenk unserer Vorfahren, dessen leichtfertiges Opfern durch eine kurzsichtige Wegwerfgesellschaft töricht ist.

Als Barnimer Wähler werde ich mir vor der nächsten Bundestagswahl die Frage stellen, ob Petra Bierwirth als meine Volksvertreterin oder als Delegierte des Landrates im Bundestag saß.

Auch zur geplanten Müllverbrennungsanlage in Eberswalde äußerte sich Petra Bierwirth. Sie habe im Ruhrgebiet und in Berlin Anlagen besucht, die „sehr gut funktionieren“. Man dürfe Müllanlagen nicht nur verteufeln, sagte sie, irgendwo müsse der Abfall ja entsorgt werden.

So reden sonst nur Politiker, die einen teuflisch guten Listenplatz auf der Landesliste ihrer Partei sicher zu haben glauben. Ein Direktmandat kann man mit dieser Einstellung nirgends gewinnen, weder in Trier noch in Eberswalde, wo Müllverbrennung dem Wahlvolk als Innovationsleistung verkauft werden soll.

Foto: spdfraktion.de

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14 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Die Bundestagsabgeordnete Petra Bierwirth schießt den Vogel ab!

    Der MOZ-Artikel „Baumbesetzungen wenig hilfreich“ erzürnte die Gemüter.
    Dabei handelt es sich um das mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Petra Bierwirth geführte Interview aus der Bernauer Ausgabe der Märkischen Oderzeitung vom 04.01.07 (zu lesen auf der MOZ-Homepage).
    Ärgerlich sind sowohl Bierwirths Statements zur geplanten Rodung der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 als auch zur Errichtung einer Sondermüllverbrennungsanlage der Fa. Theo Steil in der Waldstadt Eberswalde. Hierzu die relevanten Ausschnitte:

    1. MOZ-Frage: Umweltpolitisch werden im Barnim gerade zwei Probleme heiß diskutiert. Zuerst das Straßenbauprojekt Danewitzer Allee mit der Fällung von rund 700 Bäumen.
    Bierwirth: Man muss um jeden Baum kämpfen. Bei der Allee geht es aber nicht um eine Fällung, sondern darum, ihr durch Neupflanzungen eine Zukunft zu geben. Ich bin für das Projekt des Kreises.

    2. MOZ-Frage: Was halten Sie von den Baumbesetzungen?
    Bierwirth: Die Proteste werden von einer fundamentalen Haltung getragen, die die sachliche Ebene verlässt. Das ist wenig hilfreich und fällt leider auch auf jene zurück, die sich ehrlich für den Naturschutz einsetzen.

    3. MOZ-Frage: In Eberswalde gibt es Proteste gegen eine geplante neue Müllverbrennungsanlage.
    Bierwirth: Auch hier mahne ich zur Sachlichkeit. Man kann Müllanlagen nicht nur verteufeln, irgendwie muss der Abfall ja entsorgt werden. Im Ruhrgebiet und in Berlin habe ich Anlagen besucht, die sehr gut funktionieren. Umweltschutz heißt auch, neue Technologien zu nutzen.

    Nun meine Kommentare:
    Mit der Sensibilität einer Kreissäge verunglimpft meine Parteigenossin Petra Bierwirth das politische Engagement der für fachlich korrekte Lösungen ehrenamtlich arbeitenden Bürgerinnen und Bürger. In für sie bewährter Weise verdreht sie Tatsachen.
    Es ist ungeheuerlich, wie ihr die Standpunkte zur Allee und zur Sondermüllverbrennungsanlage leichtfertig über die Lippen gehen. Gerade von der Vorsitzenden des Umweltausschusses des Deutschen Bundestages erwarte ich eine qualitativ bessere, oder zumindest, eine ausgewogene Stellungsnahme zu diesen brisanten Themenbereichen.

    Zur Rettung der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29 wurden bislang über 1300 Unterschriften gesammelt. 82% der Befragten aus der Region stimmten für die Realisierung eines Straßenausbaus, bei dem alle 726 Bäume erhalten bleiben. Gegen die geplante Sondermüllverbrennungsanlage der Fa. Theo Steil GmbH in Eberswalde unterzeichneten sogar über 12.000 Bürgerinnen und Bürger. Ein klares Votum! Doch darüber setzt sich die Bundestagsabgeordnete mit einem Handstreich hinweg. Das ist geradezu eine Frechheit! Deshalb rate ich Petra Bierwirth, von ihrem Elfenbeinturm herabzusteigen und ihr Ohr ans Herz des Volkes zu legen. Denn ihre Haltung ist höchst kontraproduktiv für die Außenwirkung einer anzustrebenden modernen und zukunftszugewandten Sozialdemokratie.
    Bierwirths Kurs zeugt von unzureichendem fachlichem Hintergrundwissen und/oder grundlegend mangelndem Sachverstand. In der Alleenproblematik fehlt ihr wohl das Wissen über die ökologischen Zusammenhänge, beispielsweise die Erkenntnis über den Wert alter Bäume und der darin beheimateten Artengemeinschaften. In der Thematik zur Sondermüllverbrennungsanlage zeugt es von Unkenntnis, dass sie das geplante Vorhaben von Theo Steil einer ganz normalen Hausmüllverbrennung „im Ruhrgebiet und in Berlin“ gleichstellt. Und als Totschlagargument sind ihre Äußerungen zur Mahnung von „mehr Sachlichkeit“ absolut fehl am Platz. Sie sollte sich besser informieren und einarbeiten, bevor sie sich über komplexe umweltpolitische Themenbereiche der Region öffentlich auslässt. Damit ihre Wissenslücken aufgefüllt werden, rate ich ihr, sich vorab im Internet unter http://www.bar-blog.de und http://www.mva-eberswalde.de zu informieren. Darüber hinaus bin ich bereit, ihr hierfür das notwendige fachliche Briefing zu geben.

    Dr. Andreas Steiner (SPD-Finow)
    – Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft (A5) des Kreistages Barnim
    – Stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative für eine gesunde Umwelt Schorfheide e.V. – Ortsgruppe Eberswalde

  2. Frau Bierwith,
    dass junge Menschen, die sich für den Umweltschutz engagieren, diskreditiert werden, ist nicht neu. Das hatten wir vor 20 Jahren auch schon: http://www.jugendopposition.de/index.php?id=3
    Schon alles vergessen? Sie waren damals genauso alt, wie Katharina Tomaschek und die Aktivistinnen von Robin Wood heute. Ich frage Sie nicht, Frau Bierwirth, auf welche Bäume Sie seinerzeit gestiegen sind, und ob überhaupt. Nicht jeder hat den Mut und die Zivilcourage zu solch einer Aktion. Sie sollten sich das aber selbst einmal fragen.

  3. Pingback: Der Rüdnitzer » Zweite Rüdnitzer Baumbesetzung war ein Riesenerfolg

  4. Ich halte mich lieber an den Grundsatz von Otto Brenner (1968), damit kann man nicht falsch liegen:
    „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Brenner

    Diese Lebensweise sollte unabhängig vom Lebensalter sein.

  5. Frau Bierwirth ist eine unverschämte (nicht mehr ganz junge) Dame, die sich offenbar weder ehrlich noch sonstwie für den Naturschutz engagiert. shame on you, Petra!

  6. Mit großem Interesse verfolge ich die Entwicklung im Kampf zur Rettung der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29.
    Mein großer Respekt gilt unserem ver.di-Mitglied Kollegen Dr. Andreas Steiner, aber auch solchen engagierten Akteuren und Akteurinnen wie Katharina Tomaschek, Karl-Heinz Wenzlaff und den vielen Anderen nicht genannten. Ich wünsche Euch weiterhin revolutionäre Kondition und sibirische Gesundheit, um die Sache doch noch zum Erfolg werden zu lassen. Denn wie heißt es so schön: Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Es zeigt auch: Naturschutz kann sexy sein!

    In den heutigen Diktaturen des Finanzkapitals, der Bürokraten und der Scheindemokraten ist es umso wichtiger, mit persönlichem Engagement und zivilem Ungehorsam den Fehlentwicklungen im kommunalpolitischen Raum und in der Gesellschaft entgegen zu treten.
    Für die bevorstehenden Kommunalwahlen 2008, der Landtagswahl 2009 und der Bundestagswahl 2010 gilt es, rechtzeitig inhaltlich und personell die Weichen zu stellen. Wir brauchen keine Speichelleckerinnen und Speicherlecker, die nur den Kadavergehorsam ihrer Parteien frönen, sondern wir brauchen echte Volksvertreterinnen und Volksvertreter, die die Interessen Ihrer Wählerinnen und Wähler konsequent vertreten und jederzeit darüber Rechenschaft ablegen können.
    In diesem Sinne, den Kämpferinnen und Kämpfern in ihren Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf. Vorwärts immer, Rückwärts immer!

  7. Hallo an alle, die sich dort (und auch anderswo) für die Bäume einsetzen!
    Als ich in der Hamburger Morgenpost den, leider sehr kleinen, Artikel über die Baumbesetzung las, war ich richtig glücklich, was leider eher selten ist!
    Ich selbst (44) habe leider nicht den Schneid und die Nerven mich derart persönlich einzusetzen, aber ich freue mich über jeden einzelnen Baum, der gerettet werden kann!!! ICH HOFFE SEHR, DASS IHR ERFOLG HABT!!! Allein aus , heute immer wichtiger werdenden, umwelttechnischen Gründen, aber auch aus Respekt vor diesen alten Kreaturen, die uns über Jahrzehnte, bzw. Jahrhunderte den für uns lebenswichtigen Sauerstoff spenden (offensichtlich ist dies vielen Menschen immer noch nicht bekannt!)!
    Sehr geehrte Politiker, bitte hört doch endlich auf das Volk und denkt nicht immer nur an Profit! Ein indianisches Sprichwort, welches scheinbar vergessen wurde, endet mit den Worten: „… dann werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann…“
    In diesem Sinne liebe Grüße aus Neumünster, Schleswig-Holstein!

  8. Neben der Baumschutzproblematik gibt es noch weitere wichtige Gründe die gegen einen Ausbau der K 6005 in der vom Kreis geplanten Weise sprechen.
    So ist spätestens seit dem Gutachten des Straßenplaners Dr. Ing Ditmar Hunger bekannt, dass eine baumschonende Ausbauvariante auch noch einiges an Geld einsparen könnte.
    Landrat Ihrke und Co. scheinen die beantragten EU-Mittel nicht als “ öffentliches Geld sondern eine vom Himmel gefallende Zuwendung“ zu begreifen.
    Sonst würde es Ihnen nicht so leicht fallen Fördermillionen „im märkischen Sand“ zu versenken.
    Auch Frau Bierwirth sollte als Berufspolitikerin daran interessiert sein den Verbrauch öffentlicher Mittel so gering wie irgend möglich zu halten.

  9. Wir als „Initiative zur Rettung der Allee Rüdnitz-Danewitz-L29“ werden alles dransetzen, aufzuklären, ob die EU-Fördermittel sauber verwendet werden. Das ist eine Kampfansage an bestimmte Personen!

  10. Andreas Steiner kann ich zu seiner Aussage, alles aufzuklären, ob die EU Fördermittel sauber verwendet werden, nur danken!
    Denn diese Fördermittel müssen co-finanziert werden und das geschieht natürlich meist mit den Mitteln aus dem Aufbau Ost. Ich finde es schon frustrierend, wenn ich mit dem Flieger von Stuttgart nach Berlin unterwegs bin und unter mit entstehen mitten im Nichts autobahnähnliche Umgehungsstraßen die um kleinere Ortschaften herumführen. Meist ist darauf überhaupt kein Verkehr zu sehen. Das sind Mittel, die uns als Zahler seit 16 Jahren an dem Erhalt der Infrastruktur unserer Regionen fehlen. Gerade im Stuttgarter Gebiet verfallen seit Jahren Landesstraßen, weil die Mittel nicht ausreichen. Und in den neuen Ländern werden Dorfwege wie Hauptverkehrsstraßen ausgebaut, die überhaupt niemand will, siehe Danewitzer Allee. Bei dem Bevölkerungsschwund im Osten sollten die Infrastrukturschwerpunkte nochmals durch die Politik überdacht werden. Feldwege zu erneuern und dabei Alleen abzuholzen, die noch mindestens 20 Jahre stehen können, ist nicht wirklich sinnvoll. Und wenn der Straßenzustand schlecht ist, bringt Tempo 30 auch eine geringere CO2-Emmision und die Bäume halten noch länger.
    Carsten Zinn seine Glosse zu der Baumbesetzung finde ich auch sehr lesenswert. Das vermisse ich bei sonst bei unseren Jungs von der Gewerkschaft. Aber es stimmt schon, eine Baumbesetzung, wenn keiner mit der Kettensäge unter dem Baum steht ist lächerlich, beweist aber die Tragkraft des Baumes.

    Karl Pauly, Stuttgart

  11. Immer wenn ich Interviews mit Frau Bierwirth gewahr werde, drängt sich mir das Kinderspiel „Blinde Kuh“ ins Gedächtnis.
    Sie kann den Weg nicht sehen und tritt deshalb teilweise gleich mit beiden Füßen in die Fettnäpfe. Und ist mal jemand so hilfsbereit, ihr die Augenbinde abzunehmen (z.B. E. Thiele von der Bürgerbew. Schorfheide), so trabt Frau Bierwirth auch sofort los, allerdings in die falsche Richtung.

    Sie äußert sich fast zu jedem Thema, allerdings sind die Aussagen oft durch Unkenntnis, grenzenlose Ignoranz und völliges Desinteresse gekennzeichnet.

    Es steht zu befürchten, dass Frau Bierwirth sehr bald nicht einmal mehr die genaue Lage des Landkreises Barnim, von Eberswalde ganz zu schweigen, benennen kann, denn schon jetzt scheinen 60 km Distanz von Eberswalde zum Bundestag zu groß, um die Geschehnisse noch mitzubekommen. Man ist eigentlich ständig zwiegespalten. Einerseits will man sie (falls man sie gewählt hat) niemals wieder wählen, andererseits kann es nur von Vorteil sein, wenn sie weit weg ist. Aber da sie den Mund ja nicht halten kann, ist wohl die erste Variante die bessere.

  12. Pingback: “Umweltschützer” in der SPD Bernau? « BAR-blog | Wir bloggen den Barnim

  13. Pingback: Petra Biertwirth hört auf – Bundestagabgeordnete kandidiert 2009 nicht für den Bundestag

  14. sehr gut, sehr richtig, vor allem kommentar nr 4: die obrigkeit hat dem volk zu dienen, nicht dieses diesen ho/hl/heiten. wer den volltext des eids auf das grundgesetz kennt, sollte dieses immer wieder in unfrei versandten briefen – mit oder ohne absender – diesen ehrenwerten senden. evtl. mit dem verweis auf §§ stgb. nicht dass es in andren ländern besser wäre; aber dieser hehre anspruch der sog. demokratie – wenn taten für worte sprächen, die wir aufgetischt bekommen, dann wäre unser täglich mahl 5x banane banane !! macht weiter so, eindeutig, klar, fordernd. oder muss hinfort politik geschrieben werden poly-tic = viel verrückt usw ?? gruss und erfolg – aus dem allgäu !!