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Landkreis Barnim genehmigt sich selbst die Fällung von rund 700 wertvollen Alleebäumen

adventsmorgen.jpgWie die Märkische Oderzeitung heute morgen berichtet, hat die untere Naturschutzbehörde (im Barnim ein Ressort des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung), gestern die Fällung fast aller Bäume an der Kreisstraße 6005 von Rüdnitz über Danewitz bis zur L29 genehmigt.

Damit betreiben die verantwortlichen Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Vernichtung dieser nach Landesumweltrecht und gemäß der Brandenburgischen Landesverfassung geschützten Allee weiter. Dazu will die Kreisverwaltung 1,5 Millionen Euro Gemeinschaftsmittel aus dem Interreg III – Fond verwenden, die bis Ende 2007 verbaut werden müssen.

Die Vernichtung einer wertvollen Allee unter Verwendung von Fördermitteln der Europäischen Union bilden das Szenario dieses Falles, der vermutlich bald nicht nur die Naturschutzverbände und Parlamente im Barnim und in Brandenburg, sondern auch die Rechnungshöfe und Gerichte beschäftigen wird.

Zunächst einmal muss die Kreisverwaltung nun eine Ausschreibung der Leistungen vornehmen, die in einem ordentlichen Bieterverfahren vergeben werden müssen. Aufgrund der Größe des Loses, der Quellen der Finanzierung und der zu erwartenden Widersprüche unterlegener Bieter ist allerdings anzunehmen, dass die Kreisverwaltung den Zuschlag nicht rechtzeitig zum 15. März 2007 erteilen kann.

Die Grüne Liga Brandenburg hat ein Spendenkonto für den Erhalt der Allee eingerichtet.

Wir werden weiter über das Geschehen rund um die Allee Rüdnitz – Danewitz berichten. Schließlich geht es nicht um irgendeine Allee, sondern um die Allee links oben in unserem Titelbild.

ahornallee-bei-danewitz.jpg

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4 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Pingback: Der Rüdnitzer » Fällgenehmigung rechtzeitig zum Weihnachtsfest

  2. Verehrte Unterste-allerletzte-hinterwäldlerische „Naturschutz“behörde,
    das ist ein Skandal für den Barnim und ein Armutszeugnis für euch! Pfui Teufel, ihr solltet euch schämen!

  3. Das Allerletzte war vor allem die Neuordnung der Verwaltungsstruktur der Kreisverwaltung Barnim, die dazu geführt hat, dass die Untere Naturschutzbehörde ein Ressort des Bauordnungsamtes wurde. Bauordnung und Naturschutz beißen sich ja nun wirklich! Eigentlich pervers, wo bleibt da die Unabhängigkeit der Instanzen, die einen wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie darstellt?
    Ich beneide nicht die Position der Chefin der Unteren Naturschutzbehörde Frau Opferlamm, oh Verzeihung, Opfermann, die nicht mehr frei entscheiden kann, sondern das zu tun hat, was ihr der Herr Bauordnungsamtleiter Jankowiak vordiktiert.
    Ich könnte an ihrer Stelle nicht damit leben bzw. mich nicht mehr im Spiegel betrachten…

  4. Tja,
    es ist wirklich bemerkenswert wie offen hier der gesetzlich verankerte Naturschutz den Interessen von Baulobbyisten untergeordnet wird.
    Meines Erachtens sollte sich die Leiterin der UNB die Bezeichnung ihrer Behörde nochmals laut vorlesen … und im Anschluß ihren Posten an einen wirklichen Naturschützer weitergeben.
    Zusätzliche Erfüllungsgehilfen der Baubehörden brauchen wir nicht wirklich.

    Nun ja

    einstweilen weitegehnd unfrustrierte Grüße

    von Stefan