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Biesenthal vor der Bürgermeisterwahl

biesenthal-radweg-2.jpgTafelsilber wird vernichtet
In Biesenthal finden in ein paar Tagen Bürgermeisterwahlen statt. Die Stadtverordneten hatten in den letzten Wochen einige wichtige Weichenstellungen für die Zukunft zu erledigen. Die Baumschutzsatzung der Stadt wurde ausgedünnt, damit man jetzt problemlos das einzige Tafelsilber der Stadt, den schönen alten Alleenbestand vernichten kann. Bei den Vorbereitungen zum Ausbau der Bahnhofstraße werden nicht nur alle Bäume direkt an der Straße gefällt. Da die Holzfäller nun schon mal in der Stadt sind, nutzen Anwohner diese Gelegenheit eifrig, ihre über hundert Jahre alten stattlichen Bäume aus den Vorgärten entfernen zu lassen, wie heute an der Bahnhofstraße 146 gesehen.

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Und es kommt wohl noch schlimmer: Auch die wunderbare Allee entlang des Rad- und Füßweges ist bereits mit Fällmarken über und über „verziert“. Die untere Naturschutzbehörde der Barnimer Kreisverwaltung teilte auf Nachfrage mit, dass die „Herstellung der Nebenanlagen der Straße, wobei die Bäume im Gehwegbereich betroffen sein könnten, Gegenstand eines gesonderten Bauabschnittes sein [wird], für den voraussichtlich erst im kommenden Frühjahr eine Antragstellung erfolgt“.

Die Fällmarken an den Bäumen sprechen schon jetzt eine andere Sprache. Wir werden weiter berichten und den Tathergang dokumentieren.

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3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Pingback: Der Rüdnitzer » Kahlschlag in der Biesenthaler Bahnhofstraße

  2. Habt Ehrfurcht vor dem Baum.
    Er ist ein einziges grosses Wunder,
    und Euren Vorfahren war er heilig.
    Die Feindschaft gegen den Baum ist ein
    Zeichen der Minderwertigkeit eines Volkes
    und von niederer Gesinnung des einzelnen.

    Alexander Freiherr von Humboldt (1769-1859)

  3. Nein, die Baumschutzsatzung von Biesenthal wurde nicht ausgedünnt, denn es gab bislang gar keine. Nach der Abschaffung der Brandenburger Baumschutzsatzung war Biesenthal die erste Barnimer Gemeinde, die auf die hemmungslose Abholzung auf Privatgrundstücken reagierte und eine eigene kommunale Baumschutzsatzung beschloss. Übrigens war dies eine Initiative des neuen Bürgermeisters André Stahl. Über die Zweckmäßigkeit der Satzung mag man streiten, Fakt ist, dass es inzwischen auch Anfragen aus Nachbarstädten wie Bernau gibt, die die Biesenthaler Satzung übernehmen möchten. Die Baumfällungen am Fahrbahnrand gehen auf das Konto des Landes Brandenburg als Baulastträger, das auch die Bäume der Radwegallee gleich mitmarkierte, ohne den Auftrag dafür zu haben. Ob diese Bäume wirklich fallen werden, ist Sache der Biesenthaler – und die ticken zum Glück inzwischen anders als das Land und der Kreis. Auf jeden Fall gibt es Biesenthaler Bürger, die für den Erhalt jedes einzelnen Baumes der Radwegallee kämpfen!