web analytics

Ahornallee bei Danewitz immer noch von Fällung bedroht

Seit Monaten kämpfen Naturschützer und Einwohner von Rüdnitz und Danewitz um die Erhaltung von 726 Bäumen entlang der Kreisstraße 6005 zwischen Rüdnitz, Danewitz und der L29 (Biesenthal – Grüntal).

Die Kreisverwaltung Barnim hatte deren Fällung beantragt, was vom Landesumweltamt abgelehnt wurde. Nachdem der Brandenburgische Umweltminister Woidke die ihm unterstehende Behörde de facto entmündigt für nicht zuständig erklärt hat, betreibt die Kreisverwaltung Barnim nun die Fällungspläne weiter. Landrat Bodo Ihrke hat die Rodung zur „Chefsache“ gemacht und äußerte sich gegenüber der Presse:

Wenn die Fällung genehmigt wird, wird gehandelt.

Das alternative Planungsgutachten, das die Grünen in der Vorwoche dem Landrat übergaben, ermöglicht eine Sanierung der Straße unter Schonung der wertvollen Allee. Nach der Anhörung am 23.11. konnte man jedoch leicht den Eindruck gewinnen, dass die Bauaufträge längst an bewährte Auftragnehmer des Landkreises vergeben sind und weder der Landrat noch seine Bauverwaltung Kompromisse für die Erhaltung unseres Landschaftsbildes anstreben.

ahornallee-bei-danewitz.jpg
Ahornallee bei Danewitz, August 2006

Ahornallee bei Danewitz immer noch von Fällung bedroht auf Facebook teilen
Ahornallee bei Danewitz immer noch von Fällung bedroht auf Twitter teilen
Ahornallee bei Danewitz immer noch von Fällung bedroht auf Google Plus teilen

Ähnliche Artikel:

3 Kommentare » Schreiben Sie einen Kommentar

  1. Pingback: Der Rüdnitzer » Allee immer noch bedroht

  2. Wird die Allee Rüdnitz- Danewitz ein Opfer privatwirtschaftlicher Interessen?

    Am 23. November luden Landrat Ihrke, der Leiter des Strukturentwicklungsamtes Dr. Benfer und Bauordnungsamtsleiter Jankowiak zu einer Anhörung bezüglich des geplanten Ausbaus der Kreisstraße 6005 ein. Auf dieser Veranstaltung sollten noch einmal alle Argumente der Alleebefürworter als auch der Bürgerinitiative „Kreisstraße K 6005“, die im Zuge der Straßenerneuerung für eine Komplettfällung des Alleenaltbestandes votiert, gehört werden.

    Für mich war diese Anhörung eine Alibi- Veranstaltung ohne jegliche Rechtsrelevanz. So erfuhr ich im Nachgang, dass die Entscheidung für die Fällung der mehr als 700 Bäume für Teile der Kreisverwaltung im Vorfeld schon fest stand. Der Scheindemokratie wurde Genüge getan, indem alle Meinungen gehört wurden. So kann man sich als „gute Demokraten“ im Nachhinein eben nichts vorwerfen lassen …

    Obwohl die Alleebefürworter gute Argumente hatten, konnten sie den Landkreis Barnim also von der alternativen Straßenplanung des renommierten Verkehrsplaners Dr. Hunger leider nicht überzeugen. Dieses von Bündnis `90/Die Grünen in Auftrag gegebene Gutachten zeigt mehrere Ausbauvarianten auf, die aus verkehrsplanerischer Sicht völlig ausreichend und finanziell günstiger wären und alle Alleebäume erhalten würden. Gestützt wird eine solche Alternativplanung durch das für den BUND angefertigte neue Baumgutachten von Manfred Frommer. Es bescheinigt der Allee eine ausreichende Vitalität und stuft sie als erhaltenswert ein. Wohlbemerkt: Frommer hat als Vorsitzender des Gehölzsachverständigen- Verbandes Brandenburg- Berlin in der Region den Ruf eines „Baum- Papstes“. Wenigstens wurde damit die Richtigkeit des von mir stets angezweifelten Gutachtens des Prof. Volker Rudolph aus Panketal nun endlich in Frage gestellt.

    Aber warum kann sich der Landkreis für unser alternatives, vernünftiges Straßenbaukonzept nicht erwärmen? Die Frage ist falsch gestellt. Sie müsste vielmehr lauten: Wer profitiert davon, wenn die Straße überdimensional ausgebaut wird und im Zuge der Fahrbahnverbreiterung ein wertvoller Alleenaltbestand mit über 700 Bäumen zum Opfer fällt?

    Wahrscheinlich geht es um lukrative Aufträge der Privatwirtschaft. Bei 2,5 Mio. Euro an EU- Fördermitteln ist viel Geld im Spiel und zu verteilen. Verblüfft lese ich, dass die Finower Planungsgesellschaft in den Jahren 1999- 2000 vom Landkreis schon einmal einen Auftrag für die K 6005 bekommen hat. Zudem ist es naheliegend, dass die Barnimer Baumschulen Biesenthal der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH den Großauftrag für die Neupflanzung erhalten könnten. Welche Firma wird mit der Rodung der Allee betraut und an wen wird das Holz verkauft? Soll es an das Holzkraftwerk Eberswalde geliefert werden, das zur Zeit einen nahezu unersättlichen Bedarf hat? Wurden Aufträge schon „am Biertisch“ vergeben? Verdienen wieder einmal „alle“ daran, auf Kosten des Steuerzahlers, der Natur und vor allem der Vernunft? Ist die vom Landkreis vorgesehene Verwendung der Interreg III- Fördermittel überhaupt zulässig, obwohl damit Naturschutzgesetze gebrochen werden? Auf diese Fragen müssen wir Antworten finden und unabhängig davon, ob wir die Allee retten können oder nicht, lückenlos an der Aufklärung der Angelegenheit arbeiten! Denn hier ist wohl einiges oberfaul!

    Tatsache ist: Die Fällung dieser intakten Allee würde einen erheblicher Eingriff in den Landschaftshaushalt bedeuten und wäre ein Verstoß gegen § 31 des Brandenburgischen Naturschutzgesetzes. Ausnahmen von diesem Paragraphen gibt es nicht, weil kein übergeordnetes Interesse im Sinne des Gemeinwohles besteht. Schließlich gibt es ja Ausbaualternativen, die eine Erneuerung der Fahrbahnoberfläche bei gleichzeitigem Erhalt der Allee vorsehen. Dies hatte das Landesumweltamt richtig erkannt. Und dies werden hoffentlich auch die Gerichte so sehen, wenn die Grüne Liga im Falle einer von der Unteren Naturschutzbehörde erteilten Fällgenehmigung dann den Rechtsweg beschreiten wird. Hierzu werden aber weitere Spenden dringend benötigt.

    Hinzu kommt, dass jetzt Zweifel bestehen, ob die Bürgerinitiative „Kreisstraße K 6005“ aus Rüdnitz ausschließlich gemeinnützige Zwecke verfolgt oder eine starke betriebswirtschaftliche Komponente mit im Spiel ist. So fällt auf, dass die beiden führenden Köpfe der Bürgerinitiative im Verein Hoffnungstal e.V. der Bodelschwingschen Anstalten Lobetal tätig sind. Holger Mag ist hier der Leiter des Dankortes/Spendenverwaltung und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Und die Sprecherin der BI, Sylvia Vogelgesang, arbeitet dort als Sekretärin in der Personalabteilung. Hier schließt sich der Kreis.
    Die Angelegenheit „Allee Rüdnitz- Danewitz“ wird uns also weiterhin beschäftigen.
    (Artikel zur Veröffentlichung eingereicht bei der Barnimer Bürgerpost 12/2006)

    – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – – –
    Dr. Andreas Steiner (SPD-Finow, AfA Barnim)
    Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Landwirtschaft, Umweltschutz und Abfallwirtschaft des Kreistages Barnim (A5)

  3. Pingback: “Nagelarbeit” « BAR-blog | Wir bloggen den Barnim